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Lindener Marktplatz
Linden

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Das Neue Rathaus [Quelle: Nachlass Werner Krämer]

Das Neue Rathaus [Quelle: Nachlass Werner Krämer]

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts beschlossen die Oberen der Stadt Linden, einen großzügigen Marktplatz als eigentlichen Mittelpunkt des Ortes anzulegen. Noch dörfliche Teile im vorgesehenen Baubereich mussten verschwinden. - Und obwohl erst 1884 das Rathaus an der Ecke Deisterstraße/Ricklinger Straße errichtet worden war, sollte den Marktplatz nun ein noch größeres, noch prächtigeres, noch teureres Rathaus flankieren. Der Auftrag dafür ging an einen Architekten, der sich für eine neugotische Ausführung entschieden hatte - als Devise galt ihm: "Gut Deutsch!" Damit traf er das Nationalgefühl des maßgeblichen Bürgertums, seine Ästhetik, seinen Konservatismus. - So erklärte Bürgermeister Karl Lichtenberg bei der Grundsteinlegung 1897: "Mögen aber auch die Beratungen und Arbeiten, welche in diesem Hause ihre Stätte haben werden, stets von deutschem Geiste, deutscher Treue, deutscher Eintracht und deutscher Pflichterfüllung getragen sein zum Nutzen und Segen unserer Stadt bis in die fernsten Zeiten!" Das Sagen hatten hier Akteure wie aus einem Roman von Heinrich Mann. - Zur Zierde des Platzes sollte überdies ein Brunnen beitragen. Einen Nachtwächter suchte man sich als Brunnenfigur aus. Mit Horn, Hellebarde und Laterne stand er da, sollte Ruhe und Ordnung der privilegierten Minderheit auf ewig versteinern - eine Type aus dem Mittelalter in der Industriestadt Linden.

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