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Bethlehemplatz

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Bethlehemplatz
Hannover

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Der Bethlehemplatz hat durch die großen Platanen einen besonderen Charakter. [Foto 2009: Michael Jürging]

Der Bethlehemplatz hat durch die großen Platanen einen besonderen Charakter. [Foto 2009: Michael Jürging]

 Die evangelisch-lutherische Bethlehemkirche mit dem gleichnamigen Platz wurde 1906 eingeweiht. Damals stand sie noch ganz am Rande der Bebauung von Linden-Nord quasi auf freiem Feld.

Der Bethlehemplatz wurde 1938 in Ernst-vom-Rath-Platz umbenannt. Namenspatron war ein Diplomat der deutschen Botschaft in Paris, der dort am 7. November 1938 von Herschel Grynszpan erschossen wurde. Gryszpan, der als Jude polnischer Nationalität in Hannover geboren und aufgewachsen war, hatte kurz zuvor erfahren, dass seine Familie gewaltsam in das Grenzgebiet zu Polen abgeschoben worden war und dort einem ungewissen Schicksal entgegen sah. Das Attentat war für die Nazis der willkommene Anlass, um kurz darauf am 9. November 1938 die Reichsprogromnacht mit der Zerstörung von Synagogen und jüdischen Geschäften sowie der Verhaftung und Ermordung zahlreicher jüdischer Mitbürger auszulösen.

Zu Beginn des zweiten Weltkriegs wurden auf dem Platz vor der Bethlehemkirche Splitterschutzgräben für den Luftschutz ausgehoben. Mit ihrer Zickzackform ähnelten sie abgedeckten Schützengräben. Später wurde auch noch ein großes Löschwasserbecken aus Beton angelegt. Ein öffentlicher Luftschutzraum befand sich im Keller der Kirche.

1945, nach Ende des Krieges, erhielt der Bethlehemplatz seinen ursprünglichen Namen zurück. Der ehemalige Luftschutzraum unter der Kirche wurde zunächst zur Champignonzucht genutzt (EPI / Edelpilze Hunte), später dann als Jugend- und Begegnungsraum mit Werkstatt sowie als Heimstatt für verschiedene Gruppierungen (Kanusport, Fußballverein BKL / Bethlehemkirche Linden, Skater, Klettergruppe u.a.). Für die Klettergruppe wurden Innenwände und die Westwand des Kirchturms besteigbar gemacht.

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